Stomaprobleme – Erklärungen, Tipps & Tricks #1

Stomaprobleme – Erklärungen, Tipps & Tricks #1

Ein Stoma ist für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt, der mehr Unabhängigkeit und Sicherheit im Alltag bringen kann. Natürlich kann es dabei auch Herausforderungen geben – wie Hautreizungen, Undichtigkeiten oder gelegentlich ein hoher Stoma-Output. Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Tricks, dem richtigen Equipment und etwas Übung lassen sich diese Probleme meist gut meistern. Dieser Blogbeitrag erklärt verständlich, welche Stomaprobleme häufig auftreten, wie man sie erkennt und welche einfachen Maßnahmen den Alltag erleichtern können.

Allergische Reaktionen

Allergische Reaktionen sind bei Stomaträgern zwar selten, können aber auftreten und die Haut rund um das Stoma reizen. Häufige Ursachen für allergische Reaktionen sind bestimmte Inhaltsstoffe der Versorgung, vor allem des Hautschutzmaterials, da dieses direkt mit der Haut in Kontakt kommt, sowie Zubehörprodukte wie Hautschutzringe oder -pasten. Des Weiteren können aggressive Reinigungsprodukte die Hautbarriere schädigen und eine Allergie auslösen. Ein frühzeitiges Erkennen und die richtigen Maßnahmen helfen, Beschwerden zu reduzieren und Hautschäden vorzubeugen.

Typische Symptome

  • Rötung und Schwellung rund um das Stoma
  • Brennen oder Jucken
  • Bläschen, Pusteln oder Hautausschlag
  • Nässende oder schuppende Stellen

Maßnahmen

  • Dokumentation: In erster Linie sollten Sie Produkt, Auftreten der Symptome und Dauer dokumentieren – dies hilft bei Ursachenfindung
  • Produktwechsel: Wenn die Haut unter dem bisherigen Hautschutz reagiert, kann ein Wechsel des Produkts helfen. Oft liegen Hautreizungen an bestimmten Inhaltsstoffen im Material. FORLIFE bietet einen Hydrokolloid-Hautschutz mit Alginat-Anteil an, der sich bei empfindlicher Haut häufig als gut verträglich zeigt. Er kann deshalb eine gute Option sein, wenn ein Produktwechsel in Betracht gezogen wird. Zu unseren Alginat Produkten
  • Sanfte Hautpflege: Nur lauwarmes Wasser, keine Seifen oder aggressive Reiniger
  • Haut schützen: Hautschutzringe, Pasten oder Schutzfolien nur nach Verträglichkeit nutzen
  • Fachberatung: Stomapflegekraft oder Arzt einbeziehen, besonders bei ausgeprägten Reaktionen . In manchen Fällen ist sogar ein Allergietest beim Hautarzt notwendig.

Ulcus

Ein Ulcus, auch Geschwür genannt, ist eine offene, wunde Stelle an der Haut rund um das Stoma. Es handelt sich dabei um eine tiefere Hautschädigung, die häufig schmerzhaft ist und das Anbringen der Stomaversorgung erschwert. Ulzera entstehen meist durch anhaltende Reizung oder Entzündung der Haut am Übergang vom Stoma zur Bauchdecke.

Ein Ulcus am Stoma ist eine ernstzunehmende Hautschädigung, die frühzeitig behandelt werden sollte. Mit passender Versorgung, schonender Pflege und fachlicher Unterstützung lassen sich Heilung und Hautschutz effektiv fördern.

Wenden Sie sich zur Beurteilung an Ihre Stomapflegekraft.

Mukokutane Separation

Bei einem Stoma wird ein Stück Darm durch die Bauchdecke nach außen geleitet und dort an der Haut fixiert. Von einer mukokutanen Separation spricht man, wenn sich die Verbindung zwischen der Darmschleimhaut (Mukosa) und der umliegenden Haut (Kutis) teilweise oder vollständig löst. Es entsteht also ein Spalt oder eine Lücke zwischen Stoma und Haut. Eine mukokutane Separation kann entstehen durch Durchblutungsstörungen nach der Operation, Infektionen im Wundbereich, verzögerte Wundheilung etwa bei Diabetes, Mangelernährung oder Kortisontherapie, mechanische Belastung wie zu enge oder häufig wechselnde Stomaversorgung sowie durch postoperative Schwellung, die Zug auf die Naht ausübt.

Maßnahmen

  • Früherkennung: Regelmäßige Kontrolle durch Stomapflegekraft oder Arzt, besonders in den ersten Wochen nach der OP.
  • Wundreinigung und Schutz: Nach Absprache mit dem betreuenden Arzt ist ein sanftes Spülen mit steriler Kochsalzlösung, die Verwendung von hydrokolloiden Wundauflagen oder Alginatkompressen, um Exsudat aufzunehmen und die Haut zu schützen , empfohlen.
  • Angepasste Stomaversorgung: Maßgenaue Basisplatten und ggf. Pasten oder Ringe, um den Spalt abzudichten.

Irritierte/wunde Haut

Wunde oder irritierte Haut ist ein häufiges Problem bei Stomaträgern. Sie kann den Alltag erschweren, Schmerzen verursachen und die Haftung der Beutelversorgung beeinträchtigen.

Da sich die Symptome wunder oder irritierter Haut, wie Rötung, Jucken, Brennen oder kleine Bläschen, denen einer allergischen Reaktion sehr ähneln, ist es oft schwierig, die genaue Ursache ohne fachliche Unterstützung zu erkennen. Eine sorgfältige Beobachtung der Haut und gegebenenfalls die Beratung durch eine Stomapflegekraft oder einen Arzt sind daher besonders wichtig.

Mögliche Ursachen

  • Leckagen: Führen oft zu wunder Haut, da Stuhl oder Urin mit der Haut in Berührung kommt und diese reizt.
  • Trauma des Stomas oder der Haut: Ihr Stoma und die Haut um das Stoma herum sind empfindlich und müssen daher richtig gepflegt werden. Eine nicht optimal gewählte Basisplatte kann reiben und zu Verletzungen an der Seite des Stomas führen. Diese können sich in der Folge entzünden oder zu oberflächlichen Geschwüren entwickeln.
  • Follikulitis: Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Haarfollikel. Sie zeigt sich durch kleine Pickel, die manchmal mit Eiter gefüllt und schmerzhaft sein können. Eine Follikulitis tritt häufig auf, wenn nicht rasiert wird, daher wird eine regelmäßige und vorsichtige Rasur um das Stoma empfohlen.
  • Veränderung der Ausscheidung: Wenn Sie einen geschlossenen Beutel nutzen und häufig lockeren Stuhl haben, kann ein Ausstreifbeutel für Ileostomien eine praktische Alternative sein. Er ist einfacher zu handhaben und reduziert die Notwendigkeit häufiger Beutelwechsel – so wird die Haut weniger gereizt.

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Pilzinfektionen

Auch Pilzinfektionen, meist verursacht durch Candida albicans, können bei Stomaträgern auftreten. Ursachen können unter anderem Feuchtigkeit unter der Versorgung, ein zerstörter Säureschutzmantel der Haut, eine zu lange Tragedauer oder mangelnde Stomahygiene sein. Auch Antibiotika oder ein geschwächtes Immunsystem können das Risiko erhöhen.

Urostomieträger haben ein höheres Pilzrisiko, da ständiger Urinkontakt, feuchte Haut und Hautreizungen ideale Bedingungen für Pilze schaffen.

Typische Symptome

  • Rötung und glänzende Haut rund um das Stoma
  • Juckreiz oder Brennen
  • Kleine weiße/gelbliche Flecken oder Pusteln
  • Nässende Stellen unter der Basisplatte
  • Beutel haftet schlechter oder verrutscht häufiger

Maßnahmen

  • Beutelversorgung regelmäßig wechseln: Um Feuchtigkeit zu reduzieren
  • Haut sorgfältig reinigen und trocknen: Im Besten Fall nur lauwarmes Wasser, keine aggressiven Seifen
  • Pilzmittel nach ärztlicher Empfehlung: Meist antimykotischen Suspension auf wässriger Basis
  • Belüftung der Haut: Wenn möglich kurze Pausen ohne Platte einbringen, damit die Haut trocknen kann

Fazit

Gesunde Haut rund um das Stoma ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Funktion der Stomaversorgung. Unterschiedliche Ursachen wie allergische Reaktionen, Ulzera, mukokutane Separationen, irritierte Haut oder Pilzinfektionen können die Haut schädigen und den Alltag erschweren. Wichtig ist daher eine frühe Erkennung, sorgfältige Beobachtung sowie die richtige Pflege und Anpassung der Versorgung.

Dokumentation, Produktwahl, sanfte Reinigung und gegebenenfalls der Einsatz von speziellen Hautschutzmaterialien oder Wundauflagen tragen wesentlich dazu bei, Beschwerden zu reduzieren und Hautschäden vorzubeugen. Bei stärkeren oder anhaltenden Problemen sollte stets fachliche Unterstützung durch eine Stomapflegekraft oder einen Arzt eingeholt werden.

Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich die Hautgesundheit erhalten, Heilungsprozesse unterstützen und die Lebensqualität von Stomaträgern langfristig verbessern.


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